Aetzmittel2-klSie erhalten bei uns das bis dato umfangreichste Ätzmittelsortiment für die metallographische Gefügekontrastierung. Wir können Ihnen derzeit 31 verschiedene Ätzmittel sowie weiteres Zubehör anbieten. Unsere Ätzmittel werden immer frisch angesetzt. Spezielle Ansätze liefern wir als Bausatz, so dass Sie diese erst kurz vor dem Ätzen selbst mischen können. Ist Ihr Ätzmittel nicht mit dabei? Kein Problem, fragen Sie dies einfach bei uns an.

Die Sicherheitsdatenblätter liegen dem Paket immer bei.

 

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 Innere Vorgänge beim Ätzen:
Das Ätzen einer metallischen Schliffprobe ist ein chemischer respektive elektrochemischer Vorgang. Aufgrund lokaler Unterschiede in der chemischen Zusammensetzung kommt es zur Bildung von Lokalströmen infolge Potentialdifferenz. Die einzelnen Phasen/Körner werden dabei unterschiedlich stark abgetragen oder durch eine feine Niederschlagshaut kontrastiert. Ein kristallorientierungsbedingter Ätzangriff findet ebenfalls statt. Aufgrund der unterschiedlichen Abtragsrate der einzelnen Gefügebestandteile entsteht ein Relief. Das einfallende Licht erfährt hierbei eine Reflektionsänderung an den Phasengrenzen. pfeil oben

Grundsätzlich wird zwischen der Makro- und Mikroätzung unterschieden.

  • Makroätzung
    Makroätzung einer SchweissnahtBis zu ca. 30-facher Vergrößerung abgebildete Ätzungen bezeichnet man als Makroätzung. Hierzu wird ein Makroschliff mit fein geschliffener (Nassschliff) bzw. leicht anpolierter Oberfläche benötigt. Mittels Makroätzung wird das primäre Gussgefüge, Schmiede- und Walztexturen sowie Seigerungen oder die Kontur von Schweißverbindungen sichtbar gemacht. Weitere Verfahrensvarianten der Makroätzung sind neben der allgemeinen Makroätzung die Tiefätzung und das Abdruckverfahren (Baumannabdruck). pfeil oben

  • Mikroätzung
    Nital schweissnaht mikro-klZur Sichtbarmachung des (Sekundär-)Gefüges mittels mikroskopischer Abbildungsverfahren ab ca. 50-facher Vergrößerung. Unterschieden werden zwei Methoden: nasschemisch und elektrolytisch. Darüber hinaus unterscheidet man zwischen Korngrenzen- und Kornflächenätzung. Mikroätzungen sind in diversen Techniken durchführbar.

Die am weitesten verbreitete Methode des nasschemischen Ätzens ist die sogenannte Tauchätzung.
tauchaetzungHierbei wird der Mikroschliff vollständig in die Ätzlösung getaucht. Der Schliff sollte in der Ätzlösung mit der Ätzzange bewegt werden, um die entstehenden Wasserstoffbläschen zu zerstören und entstehende Konzentrationsunterschiede des Ätzmittels auszugleichen.
Manche Tauchätzungen erfordern eine Erwärmung des Ätzmittels (z.B. V2A-Beize). pfeil oben

Tipp: Vermeidung von Ätzflecken
V2A-Beize Tipp-klOft gibt es Probleme mit unerwünschten Ätzflecken auf der Schliffoberfläche bei Verwendung von erwärmten Ätzmitteln. Dies können Sie weitestgehend vermeiden, indem Sie die Schliffprobe in heißem Wasser vorwärmen, bevor Sie die Probe in die warme Ätzlösung tauchen. So ist gewährleistet, dass die Oberfläche der Schliffprobe annähernd die gleiche Temperatur wie das erwärmte Ätzmittel aufweist. Sie erhalten hierdurch einen gleichmäßigeren Ätzangriff.
Beim Erwärmen von Ätzmitteln sollten Sie ein Uhrglas auf die Ätzschale legen, um ein eindampfen zu verhindern. pfeil oben

 

Makroätzmittel

  • Adler (zum Shop)
    Makroätzmittel für Gusseisen, hochlegierte und korrosionsbeständige Stähle sowie Nickellegierungen zur Sichtbarmachung von Schweißnahtverbindungen und Grobkorn. Eine fein geschliffene Oberfläche (Nassschliff) bis Körnung P600 ist optimal. Für die Sichtbarmachung feister Details empfiehlt sich bis P1200 zu schleifen und kurz auf 3µm PanTec anzupolieren.

  • Baumannabdruck (zum Shop)
    baumannabdruck-klDer Baumannabdruck dient dem Nachweis der makroskopischen Seigerungsverteilung von Schwefel (Mangansulfid) im Stahl. Ein Fotopapier wird in verdünnte Schwefelsäure getränkt und anschließend auf die fein geschliffene Probenoberfläche gedrückt. Die Einwirkdauer beträgt 30 Sekunden bis 5 Minuten. Anschließend wird das Fotopapier im Fixierbad fixiert, gewässert und getrocknet.

  • Fry-B (zum Shop)
    Das von A. Fry entwickelte Ätzmittel dient dem Nachweis von Kraftwirkungslinien (Kaltverfestigung). Das Ätzmittel springt auf Seigerungen an, die sich im Bereich von kaltverfestigten Zonen ausgeschieden haben. Die Dunkelung dieser Streifen wird durch Ausscheidungsvorgänge, insbesondere durch Verformungsvorgänge in Verbindung mit Diffusion von Einlagerungsatomen (Stickstoff) innerhalb der Kristalle ausgelöst. Die Kraftwirkungslinien werden durch die Eisennitridausscheidungen in den gittergestörten Kornzonen hervorgerufen. Die zu ätzende Makroschliffprobe sollte für ca. 1h bei 250°C geglüht werden, da die Bildungstemperatur für Nitridausscheidung im Temperaturbereich zwischen 250-400°C liegt. Stickstofffreie Eisenlegierungen zeigen keine Kraftwirkungsfiguren! pfeil oben

  • Heyn (zum Shop)
    Heutzutage nur noch selten angewandtes Makroätzmittel zum Nachweis von Phosphorseigerungen im Stahl. Die P-Seigerungen werden braun angeätzt. Der sich bildende Kupferniederschlag wird unter fließendem Wasser durch Abreiben mit Watte entfernt. Mehrmaliges Ätzen und Abwischen verstärken den Kontrast.

  • NaOH-10%ig (zum Shop) und NaOH-15%ig (zum Shop)
    NaOH makroaetzung-alu-klMakroätzmittel für Aluminium-Legierungen für Schweißverbinungen und Kornausbildung an Strangpressprofilen




  • Nital-5%ig (aq) (zum Shop)
    Makroätzung einer SchweissnahtMakroätzmittel für Schweißnahtverbindungen und Wärmeeinflusszone für unlegierte und niedriglegierte Stähle.
    Tipp: Haben Sie Probleme mit einer schnellen Überätzung Ihrer Schweißnähte? Sie können auch eine 3%ige-Nitallösung für die Makroätzung verwenden.

  • Oberhoffer (zum Shop)
    Makroätzmittel zum Nachweis von Phosphorseigerungen (Faserverlauf) und zum Sichtbarmachen des dendritischen Gefüges im Stahl. Die Wirkungsweise der Ätzlösung basiert darauf, dass sich an den phosphorreichen Stellen eine dünne, festhaftende Kupferhaut bildet die einen Säureangriff verhindert. Die P-Seigerungen werden nicht angeätzt (bleiben also weiß). Eine Kupferabscheidung auf dem phosphorarmen Ferrit wird gerade noch verhindert, so dass diese bereiche angeätzt werden. Durch mehrmaliges Zwischenpolieren und erneutes Ätzen wird der Kontrast deutlich gesteigert. pfeil oben

  • NEU: Tüpfelprobe / Tüpfeltest(zum Shop)
    tuepfeltest-klMittels Tüpfelprobe kann das Vorhandensein einer geschlossenen Verbindungsschicht (VS) an (gas)nitrierten Werkstücken erbracht werden. Die Oberfläche des Prüfkörpers muß fettfrei sein. Eine Reinigung in mehreren Schritten ist empfehlenswert. Der Prüfkörper wird vollständig in eine Kupferammoniumchlorid-Lösung eingetaucht. Wir haben unsere Lösung modifiziert, da das Standardgemisch einen viel zu starke Reaktion zeigt. Die Tauchdauer beträgt ca. 0,5-2 Minuten. Bei ausreichender Dicke der VS (ca. 10-15 µm) bleibt die ursprüngliche blaue Farbe des Reagenzmittels mindestens 2 Minuten erhalten. Bei dünnen (5 µm) bzw. porösen Schichten oder wenn keine VS vorhanden ist, wird nach kurzer Einwirkzeit ein Farbwechsel zu rot sichtbar. Partielle Bauteilverfärbungen weisen auf eine ungleichmäßige VS-dicke hin. Ursache kann beispielsweise eine unzureichende Vorreinigung vor dem Nitrierprozess (Trocknungsflecken) sein oder Bauteilberührungen (z.B. Nitrierung als Schüttgut). Die Rotfärbung beruht auf einer chemischen Reaktion. Kupfer wird durch Eisen aus seiner Verbindung - (NH4)2[CuCl4]·2H2O - gedrängt. Dabei wird das freie Kupfer auf der Stahloberfläche ausgefällt. Bei dem Tüpfeltest handelt es sich um ein zerstörungsfreies Prüfverfahren. Polierte Oberflächen werden allerdings matt. pfeil oben

  • Wazau (zum Shop)
    Das Frysche Ätzmittel wurde von G. Wazau mit einem höheren Salzsäuregehalt und einem veringerten Kupfer(II)-chloridzusatz modifiziert. Vorteilhaft gegenüber Fry ist, dass sich kein Kupferniederschlag bildet und so nach dem Ätzen sofort mit Wasser abgespült werden kann. Die Kontraste sind größer als beim Fryschen Ätzmittel. pfeil oben

 

Mikroätzmittel

  • Bechet-Beaujard (modifiziert) (zum Shop)
    Bechet-Beaujard 1-2367-klZur Sichtbarmachung der ehemaligen Austenitkorngrenzen an abgeschreckten oder angelassenen niedriglegierten Vergütungsstählen nach EN 103:1971.
    Hierbei handelt es sich um eine Tiefätzung mit einem modifizierten Ätzmittel auf Pikrinsäurebasis. Die Kornflächen werden langsam abgetragen und die Korngrenzen bleiben stehen. Die Ätzdauer beträgt je nach Werkstoff zwischen 5 bis 60 Minuten (i.d.R. 20-30 Minuten). Die entstandene Oxidhaut muss durch eine kurze Politur auf 1 µm MolTec abpoliert werden. Zur Kontraststeigerung kann der Ätzvorgang nach dem abpolieren 2-3x wiederholt werden.
    Ätzempfehlung:

    Da es bei der Anätzung oft Probleme gibt liefern wir Ihnen eine Ätzanweisung beim Kauf der Ätzlösung mit.

  • Ätzmittel für ehemalige Austenitkorngrenzen (schnelles Bechet-Beaujard) (zum Shop)
    Schnelle Ätzung im Vergleich zu Bechet-Beujard! Die Ätzdauer mit diesem Ätzmittel beträgt nur 1-2 Minuten für die gängigen Stähle C45, C60, C80, 42CrMo4, 16MnCr5. Es ist von den Inhaltsstoffen etwas unkritischer als Bechet-Beaujard. Es besteht aus Pikrinsäure und Kupfer(II)-chlorid. Auf der Schliffoberfläche bildet sich eine Kupferhaut, die mit Ammoniak abgespült wird. Zur Kontraststeigerung oder bei höher Cr-haltigen Stählen sollte der Ätzvorgang 2-3x wiederholt werden. Das Ätzmittel besteht aus 2 Komponenten. pfeil oben

  • Austenitkorngrenzenätzmittel nach DIN 50601 (zum Shop)
    Mikroätzmittel zur Sichtbarmachung der ehemaligen Austenitkorngrenzen nach DIN 50601 an abgeschreckten oder angelassenen, niedriglegierten Vergütungsstählen.
    Es besteht aus Pikrinsäure und Kupfer(II)-chlorid. Es ist bedingt für hoch Cr-haltige Stahlqualitäten geeignet. Auf der Schliffoberfläche bildet sich eine Kupferhaut, die mit Ammoniak abgespült wird. Zur Kontraststeigerung oder bei höher Cr-haltigen Stählen sollte der Ätzvorgang 2-3x wiederholt werden. Die Ätzdauer beträgt 2-3 Minuten. pfeil oben

  • Dr. Vogels Sparbeize (zum Shop)
    Ätzmittelzusatz für V2A-Beize
    Der Zusatz ist in unserer fertig angesetzten V2A-Beize bereits enthalten.

  • Fry-A (zum Shop)
    Mikroätzmittel zur Sichtbarmachung von Kraftwirkungslinien. Hierzu ist eine vorangehende Wärmebehandlung erforderlich (siehe Makroätzmittel Fry-B)

  • Groesbeck (zum Shop)
    Farbätzmittel für Molybdänstähle

  • Kalling-I (zum Shop)
    Mikroätzmittel für martensitische rostfreie Stähle

  • Kalling-II (zum Shop)
    Mikroätzmittel für Ni-Cu Legierungen und Superlegierungen auf Ni-Basis

  • Kane (zum Shop)
    Sichtbarmachung von Martensit in Chrom-Nickel Stählen

  • Klemm-I (zum Shop)
    Farbätzmittel für unlegierte und niedriglegierte Stähle und Gusseisen.

  • Klemm-II (zum Shop)
    Klemm-II Rotguss-klFarbätzmittel für Kupferlegierungen und Weichlotverbindungen.




  • Kroll (zum Shop)
    Mikroätzmittel für Al-Cu-Legierungen und Titanlegierungen (z.B. Ti6AlV4). Achtung, dieses Ätzmittel ist flusssäurehaltig! pfeil oben

  • Messingätzmittel (zum Shop)
    Messingaetzmittel CuZn40Pb2 CW617N-klDieses Ätzmittel eignet sich hervorragend für CuZn-Legierungen. Es ist für reines Alpha-Messing als auch für Alpha-Beta-Messing gleichermaßen geeignet. Wenn Sie eine quantitative Phasenanalyse vornehmen möchten, können wir Ihnen gerne einen Tip geben - kontaktieren Sie uns einfach. pfeil oben

  • Murakami (Bausatz) (zum Shop)
    28 Co Basis 1 klMurakami WC Co laserlegiert 00002 kl2
    Gefügefarbätzmittel für z. B. Duplex-Stähle zur farblichen Unterscheidung von Sigma-Phase, Delta-Ferrit und Austenit sowie Hartmetall. Ätzlösung muss stets frisch angesetzt werden und wird daher nur als Bausatz angeboten! pfeil oben

  • NaOH-5%ig (zum Shop)
    NaOH AlSi9Cu3-klSie können unsere 10%ige NaOH Lösung 1:1 mit destilliertem Wasser runter verdünnen (zuerst das Wasser, dann die Säure/Lauge). Mikroätzmittel für Aluminiumlegierungen. pfeil oben


  • Natriumpikrat (zum Shop)
    Zum Nachweis von Zementit (aufgekohlten Stähle), Nitriden und Phosphiden. Das Grundgefüge wird hierbei nicht angegriffen. Es dient auch als spezifisches Ätzmittel zum Nachweis von Eisennitrid an nitrierten Proben. Das Eisennitrid wird nach längerer Ätzdauer gefärbt und kann so eindeutig vom Zementit unterschieden werden. pfeil oben

  • Nital-1 bis 5%ig (zum Shop)
    Nital C45 DP-Stahl-klMikroätzmittel zur Gefügeentwicklung von Ferrit, Perlit, Sorbit, Troostit und Martensit an un- und niedriglegierten Stählen und Gusseisen. pfeil oben


  • Pikral-4%ig (alkoholische Pikrinsäure) (zum Shop)
    Mikroätzmittel zur Gefügeentwicklung von Werkzeugstählen und weichgeglühte Kohlenstoffstähle. Mit diesem Ätzmittel lassen sich feinste Gefügedetails insbesondere beim Martensit entwickeln. pfeil oben

  • V2A-Beize (zum Shop)
    V2A-Beize 1-4571-klV2A-Beize 1-4016-klMikroätzmittel für hochlegierte Chrom-Nickelstähle und artgleiche Schweißzusatzwerkstoffe sowie austenitische Gusswerkstoffe. pfeil oben

 
Zubehör
 
aetzzubehoer-klWir haben für Sie die passende Ätzzange mit einer groben Profilierung für den sichern Griff Ihrer Proben. Darüber hinaus bieten wir Chemikalienschutzhandschuhe in allen gänigen Größen an.
Die Beständigkeit gegen die verschiedenen Chemikalien können Sie in der Beständigkeitsliste nachlesen. In der Laborpraxis ist es üblich, zu Monatsanfang immer ein neues Paar Chemikalienschutzhandschuhe zu verwenden. Hierfür können wir Ihnen Handschuhe mit einem hervorragenden Preis-Leistungsverhältnis anbieten. pfeil oben
 
 
 
Adobe Reader SymbolMerkblatt für den Umgang mit Ätzmittel pfeil oben
 
 
 
[BECK84]
Beckert /Klemm: Handbuch der metallographischen Ätzverfahren, 4. Auflage 1984
[PETZ06]
Petzow, G.: Metallographisches, keramographisches und plastographisches Ätzen, 5. Auflage 2006
[WECK82]
Weck/Leistner: Metallographische Anleitung zum Farbätzen nach dem Tauchverfahren, Teil 1: Farbätzen nach Klemm
[WECK83]
Weck/Leistner: Metallographische Anleitung zum Farbätzen nach dem Tauchverfahren, Teil 2: Farbätzmittel nach Beraha und ihre Abwandlungen
[WECK86]
Weck/Leistner: Metallographische Anleitung zum Farbätzen nach dem Tauchverfahren, Teil 3: Nichteisenmetalle, Hartmetalle und Eisenwerkstoffe, Nickelbasis- und Kobaltbasislegierungen
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